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das gab's in letzter zeit:

Frauen im Widerstand

Antifaschistischer Rundgang am 25.01.2012 um 17.30 Uhr

Lange wurde das aktive Handeln von Frauen im Nationalsozialismus, vor allem ihr Handeln als Täterinnen auf Seiten der "Volksgemeinschaft", nicht wahrgenomen. Aber auch ihre vielfältigen Aktivitäten im Widerstand werden - an manchen Stellen bis heute - kleingeredet oder gering geschätzt. Ihre Taten wurden nicht selten als "Hilfsdienste" für den "eigentlichen" politischen Kampf abgetan, selbst in jenen politischen Gruppen, die nach 1945 in Österreich Anerkennung fanden, was ohnehin schon nur einen kleinen und verzerrten Ausschnitt widerständigen Handelns darstellt. Frauen kämpften im bewaffneten Widerstand, waren als politische Aktivistinnen tätig, verbreiteten antifaschistische Propaganda, unterstützten Verfolgte und streuten auf tausend andere Arten Sand ins Getriebe der nationalsozialistischen Maschinerie. Auch die wichtige Rolle der Frauen als Fluchthelferinnen ins Exil wurde lange Zeit kaum thematisiert. Erst Anfang der 1980er-Jahre wurde im deutschsprachigen Raum von Historikerinnen begonnen, die Bedeutung von Frauen als Widerstandskämpferinnen systematisch aufzuarbeiten, ihre Geschichten aufzuschreiben und für Nachgeborene zu dokumentieren. Viele dieser wesentlichen Publikationen sind heute jedoch vergriffen und zu einem großen Teil wieder vergessen. Nicht selten ging und geht Erinnerungsarbeit an Frauen im Widerstand von unabhängigen feministischen Initiativen aus. Bis heute kommen bei Zeitzeug_innengesprächen, Gedenkfeiern und in Erinnerungsliteratur über den antifaschistischen Kampf zumeist Männer zu Wort, erst 2010 wurde erstmals eine Frau zur Vorsitzenden des Partisan_innenverbandes in Kärnten/Koroška gewählt, obwohl seit der Gründung des Verbandes darin viele Frauen aktiv waren.

Ein Rundgang durch Wien soll die Gelegenheit bieten, vergessene Geschichten aufzuspüren, widerständige Frauen zu Wort kommen zu lassen und deutlich zu machen, welche wichtige Rolle Frauen im Widerstand gegen das NS-Regime gespielt haben.

Treffpunkt: Altes AKH - Eingang Alserstraße/Spitalgasse - Universitätscampus Hof 1, 1090 Wien, 17.30 Uhr

Route: Altes AKH - Eingang Spitalgasse / Ecke Alserstraße - Landesgericht - Ferstlgasse - Rossauer Kaserne - mit U4 zum Schwedenplatz / Morzinplatz - Tiefer Graben (Dauer ca. 1 1/2 - 2 Stunden)

Anschließend Filmabend im que[e]r

organisiert von: AK Gedenkrundgang, radicalqueer , Rosa Antifa Wien und der Bibliothek von unten


Frühschicht - linke Fabrikinterventionen in den 70er Jahren

Buchpräsentation mit Jan Ole Arps am 20.01.2012 um 20 Uhr

»Ich wusste nicht, was auf mich zukam. Aber ohne die Arbeiterklasse hatten wir keine Chance, die Welt zu verändern, so viel war klar.« Das schreibt Harry Oberländer 1977, einige Jahre nachdem er als revolutionärer Aktivist bei Opel in Rüsselsheim angeheuert hatte. Vom Studenten zum Arbeiter.

Was heute kaum vorstellbar klingt, war Anfang der 70er Jahre weit verbreitet. Auf die antiautoritäre Revolte von 1968 folgte für viele der Schritt in die Produktion; einige Tausend junge Linke tauschten den Seminarstuhl gegen die Werkbank ein, um die Arbeiterklasse für Revolution und Kommunismus zu begeistern.

Über die bunte Vielfalt der linken »Betriebsintervention« ist hingegen kaum noch etwas bekannt. Ebenso fast vergessen: Auch in bundesdeutschen Fabriken herrschten in jenen Jahren keineswegs nur Ordnung, Fleiß und Disziplin. Zwar ließen sich die westdeutschen ArbeiterInnen anders als in Frankreich oder Italien nicht von der revolutionä ren Begeisterung mitreißen, die die Universitäten erfasst hatte, doch wilde Streiks waren häufig und hohe Lohnabschlüsse die Regel.

Das Buch „Frühschicht – Linke Fabrikinterventionen in den 70er Jahren“ ist im Frühjahr 2011 bei Assoziation A erschienen. Der Autor Jan Ole Arps, lebt in Berlin, ist Redakteur bei »ak – analyse & kritik«, in der Gruppe FelS (Für eine linke Strömung) und dem Euromayday Netzwerk aktiv und arbeitet – wenn möglich – als freier Autor.

Anschließend Podiumsdiskussion mit dem Autor und AktivistInnen zu Erfahrungen, Aktualität und Perspektiven linker Betriebsarbeit sowie Interventionen in Arbeitsverhältnisse. Moderation: PrekärCafé.

Interview von Pascal Jurt mit dem Autor in der Malmoe

Arps, Jan Ole: Frühschicht - Linke Fabrikintervention in den 70er Jahren, 2011, Assoziation A, 978-3-935936-83-5

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit folgenden Gruppen/Projekten statt:

  • PrekärCafé
  • Grundrisse
  • Malmoe
  • Perspektiven
  • Bibliothek von unten

  • w23 Soli_Flohmarkt_Party

    am 17.12.2011 ab 17 Uhr in der w23

    weils immer so viel spass macht gibt es auch dieses jahr wieder einen von den gruppen der w23 organisierte soli-flohmarkt-party! also kalender zücken und gleich den 17. dezember eintragen! neben klamotten, büchern, kitsch, kram, freak-stuff & allem was das weihnachtswahnsinn-gestresste-herz begehrt (last minute geschenke inkludiert ) gibt's - wie es sich für eine vernünftige party gehört - auflegerei, happihappi und cocktails oder punsch (je nach wetter&laune)!

    weil das noch nicht genug ist, gibt es auch noch revolutions-devotionalien aus dem shop vom anarchia-versand! also auf zum soli-shopping mit party-ambiente! fett im kalender markieren:

    Ort: 1010 Wien, Wipplingerstr. 23 / w23


    anarchivieren

    BILDPUNKT - Heftpräsentation mit Nora Sternfeld und Jens Kastner am 25.11.2011 um 20 Uhr

    Jeder Kanon schafft Ausschlüsse, alles Sammeln ist ein Privileg.

    Das Archiv ist einer der Orte, an und in dem diese politisch problematischen Prozesse stattfinden. Viele küstlerische Arbeiten der letzten Jahre haben sich ihnen gewidmet. Das Archivieren ist aber auch ein Um- und Neusortieren, das Installieren anderer Ordnungen. Es ist ein Aufheben, an dem Hegel seine Freude gehabt hätte, d.h. es bewahrt und schafft zugleich ab. Für den Zusammenhang von Kunstproduktion und sozialen Bewegungen stellt sich die Frage, was verwahrt und gescützt werden muss von der eigenen Geschichte, was muss überhaupt wie zum "Eigenen" gemacht werden und was sollte oder müsste sich einer Überschreibung oder Umschichtung ausetzen?

    Mit dem Themenschwerpunkt "anarchiviern" ragt der BILDPUNKT nach herrschaftskritischen Verfahren - die vereinende Vorsilbe wie in Anarchie, der Abwesenheit von Herrschaft, deutet darauf hin - der bewahrenden Aneignung und damit auch der Frage nach küstlerischen Erinnerungs- und Geschichtspolitiken

    Infos zu BILDPUNKT - Zeitschrift der IGBILDENDEKUNST

    elektronische Ausgabe von ANARCHIVIEREN im Volltext

    eine gemeinsame Veranstaltung der IGBILDENDEKUNST, des Archivs der sozialen Bewegungen / Wien und der Bibliothek von unten


    Gender und Häuserkampf

    Buchpräsentation und Diskussion am 15.11.2011 um 20 Uhr

    Die Autor_innen zeichnen in dem Buch "Gender und Häuserkampf" die Diskussionen und Diskurse im Zusammenhang von Gender- und Häuserkämpfen von 1969 bis 2010, mit Schwerpunkt BRD und Westberlin, nach. Die "Politisierung des Privaten" als wichtige Errungenschaft der 68er- FrauenLesbenbewegung, führte zu einem Wandel der Betrachtungsweisen der Geschlechterverhältnisse innerhalb der radikalen (anti-autoritären) Linken, der Autonomen und der Häuser-Szene. Der "private" Lebensbereich des Wohnens wurde zum Austragungsfeld der Neuverhandlung der Geschlechterverhältnisse. Insbesondere die Felder der Reproduktionsarbeit, des Rollenverständnisses und des alltäglichen Sexismus in allen seinen Facetten, der Liebesbeziehung sowie sexualisierte Gewalt, Definitionsmacht/Definitionsrecht bestimmten und bestimmen den Frame der bis heute andauernden Auseinandersetzungen und Konflikte.

    Insbesondere Wohnprojekte, Kommunen und kollektive Gemeinschaften besetzter oder ehemals besetzte Häuser und Wagenplätze werden da zum Spiegelbild dieser Auseinandersetzungen, Debatten, Diskussionen und Konflikte. So war eine sich entwickelnde eigenständige Organisierung autonomer FrauenLesben immer auch als Reaktion auf vorhandene sexistische Strukturen in den Häusern zu verstehen gewesen. Räume bzw. ganze Häuser/Wagenplatze wurden ausschließlich von FrauenLesben-QueerTrans sowie Tunten besetzt. 1973 in Frankfurt/Main wurde das erste Haus ausschließlich von Frauen besetzt. Die ab den 90er Jahren sich entwickelnden dekonstruktivistischen Debatten um Genderidentität, mit ihren Diskursen um Queer, Intersexualität, Transsexualität und Transgender, die sich auch in einem Teil der Häuserszene widerspiegeln, haben mit der Infragestellung der heteronormativen Geschlechternormen und der Geschlechterbipolarität u.a. zu einer Aufweichung festgefügter Kategorien wie Mann und Frau geführt. Die Abschaffung patriarchaler Strukturen und sexistischer/homophober Verhaltensweisen, also der entscheidenden Frage nach Macht und Dominanz, jenseits gewählter oder zugewiesener oder nicht „existenter“ Geschlechtsidentitäten, bleibt nach wie vor ein elementares Anliegen emanzipatorischer, herrschaftsfreier Politik – insbesondere in Häusern/Wagenplatzen und sogenannten Freiräumen.

    amantine: "Gender und Häuserkampf. Genderspezifische Aspekte und anti-patriarchale Kämpfe in den Häuserbewegungen in der BRD und Westberlin", Unrast Verlag, 2011

    eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa Antifa Wien und der Bibliothek von unten


    Kritische Literaturtage, 4.-5. November

    ...u.a. mit der Bibliothek von unten, dem Archiv der sozialen Bewegungen / Wien, anarchistische Bibliothek / Archiv Wien, Graswurzelverlag und Anarchia-Versand


    "Und wir bewegen uns noch"

    Buchpräsentation mit Robert Foltin am 28.10.2011 um 20.00 Uhr

    Im ersten Buch "Und wir bewegen uns doch" zeigte Robert Foltin, dass es in Österreich in den drei Jahrzehnten nach 1968 radikale Bewegungen gegeben hat. In der Fortsetzung wird das Jahrzehnt nach der Jahrtausendwende nachgezeichnet: eine neu auftauchende Hausbesetzer_innenbewegung, queer-feministische Aufbrüche, antirassistischer und antifaschistischer Aktivismus, außerdem zunehmende Auseinandersetzungen um die Nutzung des öffentlichen Raumes in der Stadt. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichten diese Bewegungen mit "unibrennt" im Herbst 2009. Gerade im Jahr 2011 haben sich die Bedingungen weltweit noch einmal verändert, überall sehen wir neue Aufbrüche: der "Arabische Frühling", Krisenproteste in Griechenland und Wisconsin, die "Empörten" in Spanien, aber auch Großdemonstrationen in Graz.

    Robert Foltin stellt sein Buch vor, das die Bewegungen des 21. Jahrhunderts in Österreich nachvollzieht. Anschließend soll über das diskutiert werden, was uns in Zukunft an Veränderungen und emanzipatorischen Entwicklungen erwarten könnte.

    Robert Foltin: Und wir bewegen uns noch. Zur jüngeren Geschichte sozialer Bewegungen in Österreich, Reihe kritik und utopie, Mandelbaum, 2011, ISBN: 978385476-602-5


    still loving Druckerschwärze?

    Diskussionsveranstaltung am 1.10.2011 um 19.30 Uhr

    Facebook, Blogs und Twitter haben auch die linke Medienlandschaft verändert. Das Web 2.0 schafft nie dagewesene Möglichkeiten an Aktualität, Partizipation und Vernetzungschancen. Was bleibt ist die Frage, welche Rolle Printmedien in der Linken noch spielen. Welchen Nutzen können wir aus Printmedien ziehen, wie steht es um Zugangsmöglichkeiten und wie müsste der Umgang mit Print- und Webmedien sein, damit sich die Linke in Zukunft auf frühere Diskussionen und Inhalte beziehen kann?

    Bernd Hüttner, der gemeinsam mit anderen im Handbuch Alternativmedien 2011/12 versucht hat, eine aktuelle Bestandsaufnahme linker Medien im deutschsprachigen Raum zu erstellen, wird ein Impulsreferat zum Thema halten. Danach hoffen wir auf eine spannende Diskussion mit euch als Medienmacher_innen und Leser_innen.

    Bernd Hüttner ist Mitarbeiter im Archiv der sozialen Bewegungen in Bremen und arbeitet regelmäßig auch bei der Linken Medienakademie mit.

    Hüttner, Bernd/Leidinger, Christiane/Oy, Gottfried (Hg_innen): Handbuch der Alternativmedien 2011/2012. Printmedien, Freie Radios, Archive und Verlage in der BRD, Österreich und der Schweiz, 2011, Verlag AG SPAK, ISBN 978-3940865229, www.alternativmedien.org


    Die w23 wird 5!

    Deshalb laden wir alle Freund_innen zu einem tollen Abend mit Auflegerei, einem Spiel und leckerem Essen und Trinken ein.

    Wann: Freitag, 1. 7., 20h

    Wo: Natürlich in der Wipplingerstraße 23

    Es freuen sich auf dein Kommen:

    Archiv der sozialen Bewegungen, Bibliothek - von unten, PrekärCafé, que[e]r, Rosa Antifa Wien, tech:babbel


    Volksgemeinschaft, Täterschaft und Antisemitismus

    Beiträge zur psychoanalytischen Sozialpsychologie des Nationalsozialismus und seiner Nachwirkungen

    Buchpräsentation am 17. Juni 2011 um 20.00 Uhr

    mit den Herausgebern Markus Brunner, Jan Lohl, Rolf Pohl und Sebastian Winter

    Was machte die Idee der Volksgemeinschaft und den Antisemitismus für die Menschen im Nationalsozialismus so attraktiv? Wie wurden sie zu Tätern und Täterinnen? Wie wirken sich NS-Gefühlserbschaften noch in den nachfolgenden Generationen aus? Der Nationalsozialismus und seine gesellschaftlichen Nachwirkungen sind ohne eine sozialpsychologische Perspektive nicht zu verstehen. Dies erfordert die Berücksichtigung der subjektiven Dimension der Nachkriegsgesellschaft sowie der Brüche und Kontinuitäten nach 1945.

    Der Band versammelt Aufsätze, die sich aus einer psychoanalytisch-sozialpsychologischen und geschlechtertheoretischen Perspektive sowohl mit den psychodynamischen Mechanismen der nationalsozialistischen Weltanschauung und Gewalt als auch mit den Versuchen ihrer psychischen Verarbeitung in der Nachkriegszeit auseinandersetzen.

    Markus Brunner, Jan Lohl, Rolf Pohl und Sebastian Winter sind Koordinatoren der Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie an der Leibniz Universität Hannover. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Integration der Psychoanalyse als kritische Subjekttheorie in die Analyse von Politik, Geschichte und Gesellschaft.

    Eine Veranstaltung der Bibliothek von unten und der rosa antifa wien (raw).

    Zeit: Freitag, 17. Juni 2011 um 20.00 Uhr

    Ort: Bibliothek von unten, 1010 Wien, Wipplingerstr. 23 (auf halber Treppe zum Tiefen Graben)

    Brunner, Markus/ Lohl, Jan/ Phol, Rolf/ Winter, Sebastian (Hg.): Volksgemeinschaft, Täterschaft und Antisemitismus. Beiträge zur psychoanalytischen Sozialpsychologie des Nationalsozialismus und seiner Nachwirkungen, 2011, Psychosozial Verl., ISBN-13: 9783837920550


     

    Schrei im Dezember. Ein erschossener Demonstrant

    Buchpräsentation mit dem Mitherausgeber Karl Heinz Dellwo am 7. Mai 2011 um 20.30 Uhr

    Das Buch beleuchtet die griechische Revolte im Jahr 2008. Dazu Texte autonomer Gruppen aus Deutschland und Griechenland, die im 3. Band der Bibliothek des Widerstands, erschienen sind. Im Anschluss wird der zum Buch erschienene Film von Kostas Kolimenos gezeigt, der die Hintergründe und den Verlauf der militanten Protestaktionen nach den Todesschüssen auf Alexandros Grigoropoulus dokumentiert.

    Gemeinsame Veranstaltung des Archivs der sozialen Bewegungen und der Bibliothek von unten im Rahmen der Langen Nacht der Anarchie .

    Schrei im Dezember. Ein erschossener Demonstrant, Laika Verl., 2010, 978-3-942281-72-0


    Lange Nacht der Anarchie

    am 7. Mai 2011

    Alles hat heutzutage ihre lange Nacht – Museen, Partys, Kirchen und die U-Bahn. Worauf Ihr bisher aber vergeblich warten musstet, findet nun endlich und erstmals statt: die lange Nacht der Anarchie.

    Wo sich Herrschaft zementiert, ein rassistischer, sexistischer, transphober, kapitalistischer, antisemitischer und homophober Konsens sich täglich aufs Neue wieder erfindet und verschärft, ist Widerspruch gefragt wie eh und je. Nur vermeintlich alles ist möglich in Zeiten neoliberaler „Diversity“, die Dich dann hin und wieder ein wenig „anders“ sein lässt, wenn Du Dich prinzipiell brav ausbeuten und vereinnahmen lässt. Aber das kann’s doch nicht sein, nicht nur wir wissen (ihr doch auch, oder?) um die Möglichkeit und Notwendigkeit herrschaftsfreier Gesellschaft.

    Selbst in Wien gibt es linke, emanzipatorische autonome Projekte, Initiativen und Räume, die sich in einen herrschenden Mainstream nicht integrieren wollen und diesen in Frage stellen. Ein Außerhalb gibt es nicht, aber viel Dagegen-Sein. Und den Versuch, Gelerntes zu verlernen, um jenseits der geschriebenen, ungeschriebenen und verinnerlichten Gesetze und Normen die eigenen Regeln zu finden. Machtverhältnisse sind vielfältig und recht verschieden -dementsprechend gibt es trotz aller &Uml;berschneidungen und (un)möglichen Abgrenzungen

    feministische, anarchistische, linksradikale, queere, antikonsumistische, antirassistische, libertäre, lesbischwule, antiautoritäre, (…)

    Projekte, um eben diese verschiedenen Unterdrückungsmechanismen sichtbar zu machen und nicht einem „Hauptwiderspruch“ unterzuordnen und damit ad acta zu legen. Die Initiativen bespielen und organisieren Bars, Bibliotheken, Wagenplätze, Kost-Nix-Läden, temporäre Räume, Cafés, Hausprojekte, Werkstätten, Archive, Diskussionsrunden, Besetzungen, Lesekreise und vieles mehr. Gemeinsam haben sie alle, dass sie immer wieder in Frage gestellt werden und um ihre Existenz zu kämpfen haben.

    Die Bandbreite dieser Szenerie aufzuzeigen und politische Räume für alle jene sichtbar zu machen und zu öffnen, die sie bisher noch nicht kannten oder besucht haben, emanzipatorische Projekte und linke Kritiken vorzustellen – dazu lädt die Lange Nacht der Anarchie. Um damit zu ermöglichen, Gesellschaft anders zu denken und zu machen, zu kollektivieren und dabei Hedonismen und Spaß nicht außer Acht zu lassen. Diverse Räume öffnen am 7.5. ihre Pforten und machen Programm in Form von Lesungen, Festen, Volxküchen, Diskussionen, Ausstellungen und Konzerten…. Kommt vorbei!

    Programm unter: langenachtderanarchie.wordpress.com


     

    Du bist Terrorist_in?

    Vortrag und Diskussion mit Anne Roth am 26. April 2011 um 10.30 Uhr

    Das Schlagwort „Web 2.0“ steht heute für die partizipative Teilnahme im Netz (Internet), wo Nutzer_innen ihre Inhalte selbst erstellen, bearbeiten und veröffentlichen. Unterstützt werden diese Aktivitäten durch „Gratis"-Plattformen, wie „Facebook“, die Online-Enzyklopädie „Wikipedia“, „Flickr“, „Youtube“, „Twitter“ und Co.

    In der so genannten "Blogsphäre" kann sich jede_r öffentlich zu jedem Thema äußern. Damit öffnet sich das Feld politischer und gesellschaftspolitischer Meinungsbildung auch denjenigen, die bisher kein öffentliches Forum und keine Mitsprachemöglichkeiten hatten. Durch diese neuen kulturellen Praktiken kommt es zu einer zunehmenden Verlagerung des sozialen Austauschs von einer realen auf eine virtuelle Ebene.

    Die Preisgabe von privaten Daten und individuellen Vorlieben auf sozialen Netzwerken birgt aber auch eine Gefahr aus datenschutzrechtlicher Sicht. Gerne wird auch eine kritische Diskussion darüber von Nutzer_innen mit dem Argument “Ich habe nichts zu verbergen …” verharmlost.

    Was aber, wenn es auf einmal heißt “Sie sind Terrorist_in” und Sie zählen zu den Betroffenen bzw. Verdächtigen?

    Vortrag und Diskussion mit Anne Roth

    Anne Roth (annalist) lebt in Berlin und ist Medienaktivistin und Journalistin. Seit Juli 2007 wurde sie als Partnerin ihres Lebensgefährten bekannt. Andrej Holm, Soziologe wurde morgens um 7 Uhr in der eigenen Wohnung als Terrorist festgenommen. Ab diesem Zeitpunkt begann Anne Roth (annalist) über das Innenleben einer Terrorismus-Ermittlung zu bloggen und begann Web 2.0 Plattformen zu nutzen, um das absurde Theater der eigenen Überwachung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. https://annalist.noblogs.org

    Veranstaltet von: Archiv der sozialen Bewegungen / Wien, Bibliothek von unten, Rosa Antifa Wien und tech:babbel

     


     

    Gelebter Internationalismus. Österreichs Linke und der algerische Widerstand

    Filmvorführung und Buchpräsentation mit Fritz Keller am 1. April um 19.00 Uhr

    Von 1954 bis 1962 tobte in Algerien ein Befreiungskampf. Als Teil eines internationalen Netzwerkes unterstützten in Österreich linke SozialistInnen, KommunistInnen und TrotzkistInnen den Aufstand des Front de Libération Nationale (FLN) gegen das französische Kolonialregime, an dessen Spitze zunächst der "Sozialdemokrat" Guy Mollet, später Charles de Gaulle stand.

    Bei diesem ersten Versuch einer Kooperation zwischen europäischen Linken und einer islamischen Bewegung konnte die Solidaritätsbewegung hierzulande mit der Unterstützung des Außenministers Bruno Kreisky und seines Mitarbeiters Rudolf Kirchschläger sowie die Kooperation von Innenministerium/ Staatspolizei rechnen.

    Ungewöhnlich waren auch die von den Algerien-Sympathisanten um den VSStÖ-Obmann Karl "Charly" Blecha eingesetzten Mittel: Rückführung von österreichischen, deutschen und ungarischen desertierten Legionären in ihre Heimatländer, Transportdienste bis hin zu Waffenschmuggel für den FLN, medizinische Betreuung für verwundete Mudschahidins in Wiener Spitälern …

    Am 1. April um 19:00 Uhr wird der Historiker Fritz Keller weitere Einblicke in die Geschichte dieses vergessenen "Gelebten Internationalismus" geben. Zur Illustration wird der Film von Philip Brooks/ Alan Hayling: Ein Tag, den es nie gab - Die massakrierten Algerier des 17.10.1961 gezeigt (damals wurden nach einer friedlichen Demonstration 10.000 AlgerierInnen verhaftet und bis zu 200 von der Polizei ermordet).

    Fritz Keller: Gelebter Internationismus. Österreichs Linke und der algerische Widerstand. Wien, 2010, ISBN 978-3-85371-321-1

    Stellungnahme des Bibliothekskollektivs zur Buchpräsentation aus dem Promedia Verlag:

    Es wurde Kritik daran geübt, dass die Bibliothek von unten ein Buch aus dem Promedia Verlag präsentiert. Aus diesem Grund möchten wir uns kurz dazu äußern:

    Das Bibliothekskollektiv ist sich der Problematik bewusst, ein Buch aus dem Verlag zu präsentieren, da wir die Vorwürfe, der Verlag würde antisemitische Bücher verlegen, teilen.

    Wir werden weiterhin keine Bücher aus dem Verlag ankaufen und bei Schenkungen weiterhin darauf achten, ob die jeweilige Publikation unserer Meinung nach überhaupt in den Bestand der Bibliothek aufgenommen werden soll.

    Zur Buchpräsentation: Der Autor ist an uns herangetreten mit dem Vorschlag, das Buch in der Bibliothek von unten vorzustellen. Wir haben uns entschlossen, das Buch zu präsentieren, obwohl es im Promedia Verlag erschienen ist, da wir das Thema sehr spannend finden und der Autor unseres Wissens nach nichts mit der Ideologie der Verantwortlichen des Verlags gemein hat.

    Wir bitten deswegen Fans des Verlags zu Hause zu bleiben!!!!

    das Kollektiv

    der Bibliothek von unten


    Raus zur FrauenLesbenMädchen Demo am 8. März

    100 Jahre Internationaler Frauenkampftag

    Mit der heutigen Demonstration knüpfen wir an, an 100 Jahre Frauenkampftag. In Wien fand am 19.März 1911 die erste große Demonstration für Frauenrechte statt, 20.000, mehrheitlich Frauen, Arbeiterinnen gingen gemeinsam auf die Straße. Doch die Geschichte des Frauenwiderstands hat schon lange vorher begonnen, seit es Herrschaft über Frauen gibt, leisten Frauen vielfältigen Widerstand.

    >Wir beziehen uns auf Frauenwiderstandsgeschichte, erkennen die Unterdrückungsverhältnisse und machen sie sichtbar, verteidigen das Erkämpfte und führen den Kampf für internationale Frauenbefreiung in Verbundenheit mit allen Frauen der Welt.

    Wenn wir als Feministinnen für Frauenbefreiung kämpfen, organisieren wir uns gegen die HERRschaft von Patriarchat, Kapitalismus und Rassismus, begreifen und bekämpfen die Gesamtheit der Verhältnisse. Solange eine dieser Unterdrückungsformen weiterhin besteht, kann keine von uns wirklich frei sein.

    Diese Lebensbedingungen sind weder Zufall noch Schicksal, sie sind die Folgen eines Gesellschaftssystems, das HERRschaftsverhäMltnisse bewusst produziert. Dieses System ist veränderbar!

    Demo-Aufruf

    Demo-Treffpunkt:

    Dienstag 8. März 2011, 17 Uhr Christian-Brodaplatz, 1060 Wien (Westbahnhof/Innere Mariahilferstr.)

    nach der Demo: FrauenLesbenFestl im FZ-Beisl (Währingerstr.59/Ecke Prechtlg., 1090 Wien)


    Zur aktuellen Situation in Ungarn

    Veranstaltung mit Karl Pfeifer am Fr., 11.02.2011 um 18.30 Uhr

    Karl Pfeifer hät seit einigen Jahren Vorträge über die politischen Verhältnisse in Ungarn. In der Regel beginnt er mit einem historischen Rückblick. Diesmal soll es jedoch besonders darum gehen, was sich in unserem Nachbarland geändert hat, seitdem es von der völkischen Fidesz regiert wird. Die Einrichtung einer neuen Medienbehörde im Sommer 2010 und das zum Jahresende beschlossene neue Mediengesetz alarmierten die Weltöffentlichkeit. Es wäre aber kurzsichtig, nicht alle anderen Maßnahmen dieser Regierung zu beachten, die darauf hinweisen, dass in der Mitte Europas ein neues autoritäres Regime entsteht

    Eine Veranstaltung der Rosa Antifa Wien und Bibliothek von unten

    Zeit: Freitag, 11.02.2011 um 18.30 Uhr

    Ort: Bibliothek von unten, Wipplingerstraße 23, 1010 Wien


    KriLit'10

    am 17./18. Dezember

    gemeinsam mit der anarchistischen bibliothek und dem archiv der sozialen bewegungen präsentieren wir an beiden tagen ausgewählte bücher und zeitschriften aus unseren beständen. nebenbei stellen auch ein paar spannende verlage aus.


    w23 soli-flohmarkt-party

    Samstag, 11. Dezember 2010 ab 17 Uhr

    räume, aufkleber, plakate und flyer kosten geld, und das ist bei uns immer knapp. nachdem unser "taschengeld" nicht immer dafür reicht, veranstalten wir - die gruppen in der w23 - auch dieses jahr wieder eine soli-flohmarkt-party! neben klamotten, büchern, kitsch, kram, freak-stuff & allem was das weihnachtswahnsinn-gestresste-herz begehrt, gibt's - wie es sich für eine vernünftige party gehört - auflegerei, happihappi und cocktails oder punsch (je nach wetter&laune)! und natärlich raum zum chillen, wühlen, schmökern, plauschen und feiern!

    weil das noch nicht genug ist, gibt es auch noch revolutions-devotionalien aus dem shop vom anarchia-versand!


    Soziale Bewegungen in prekären Zeiten

    Veranstaltung des PrekärCafé am 29.10.2010 um 19:00 Uhr in der Bibliothek von unten

    Das PrekärCafe in Zusammenarbeit mit der Bibliothek von unten und im Rahmen der Reihe "still loving activism" lädt herzlichst zur Veranstaltung: "soziale Bewegungen in Zeiten allgemeiner Prekarisierung". Robert Foltin wird dazu ein kurzes Impulsreferat beitragen und Aktivist*innen folgender Bewegungen kurze Referate: migrantische-, queer-feministische-, globalisierungskritische-, gegen Schwarz/Blau-, MayDay-, und unibrennt-Bewegung. Anschließend soll der Raum für die Diskussion ums Thema offenstehen (Palaver). Es sollen die sozialen Bewegungen als jene Räume sichtbar gemacht werden, die von den Subjekten nicht nur selbst produziert werden, und in denen sie Erfahrungen und Wissen generieren (temporär autonome Zonen), sondern in denen sich die Veränderungen (das Werden) abspielen. Damit werden aber auch jene Antriebe in Gang gesetzt, die die gesellschaftliche Plattentektonik verschieben können. Diese Thematiken, ihre Dynamiken und Strategien, sollen sicht- und besprechbar (damit auch verhandelbar) gemacht werden.

    Weitere Infos:

    PrekärCafé

    Still Loving Activism

     


    Die Körper der Multitude. Von der sexuellen Revolution zum queer-feministischen Aufstand

    Buchvorstellung und Party am 7. Mai 2010 ab 20.00 Uhr

    Gibt es eine theoretische Position außerhalb des Lebens in der herrschenden Gesellschaft? Wie entstehen Geschlechter und die Dominanz der Heterosexualität? Wie hängen Kapitalismus und Sex - in seiner doppelten Bedeutung als Geschlecht und Begehren - zusammen? Gibt es ein revolutionäres Subjekt? Kann es überhaupt noch ein Subjekt geben? Wie können individuelle Freiheit und Kollektivität verwirklicht werden? Wie verändern wir unseren Alltag und das kapitalistische System? Was bedeutet es, die Revolution als Prozess zu leben?

    Fragen, die aufgeworfen werden sollen, aber wahrscheinlich nicht beantwortet werden können.

    Gini Müller befragt Robert Foltin über sein Buch "Die Körper der Multitude".

    Gini Müller arbeitet als Dramaturg_in. Autor_in von Possen des Performativen. Theater, Aktivismus und queere Politiken.

    Robert Foltin ist Autor von Körper der Multitude und Redakteur der grundrisse.zeitschrift für linke theorie und debatte.

    Anschließend Party: "Female Masculinity und Andersrum (alles, was nicht normal ist)".

    Robert Foltin: Die Körper der Multitude. Von der sexuellen Revolution zum queer-feministischen Aufstand, Schmetterling Verl., 2010, ISBN 978-3896570567

     


    subversives bibliotheken & archiv - fest am 23.04.2010

    10 jahre anarchistische bibliotheken und 16 jahre archiv der sozialen bewegungen in wien sind grund genug uns zu feiern!

    tausende bücher, zeitschriften, plakate und themenordner in unseren regalen dokumentieren, wofür linke und linksradikale bewegungen gekämpft haben und es immer noch tun.

    weil es wichtig ist: sich mit der eigenen geschichte und theorie auseinanderzusetzen, orte zu schaffen, an denen gelesen, diskutiert und gestritten wird, weil alles einmal anders war und nichts bleibt, wie es ist.

    nach so vielen jahren sammlerei, leserei, sortiererei, lachen, trinken, weinen, nach rückschlägen und erfolgen, wollen wir feiern. ohne unterstützung von anderen wäre vieles nicht möglich gewesen. dafür danke!

    archiv der sozialen bewegungen / wien, bibliothEKH, Bibliothek von unten

     

    Programm:

    "cherry sunkist" - tanzbar bis experimentell rumpelnde elektro-beats (aus laptop, gitarre, synths & drumcomputer) mit Cherry Sunkists aggressiv-melancholischer stimme, die in bester Riot-Grrrl-Manier ihre beschwerden über eine fremdbestimmte welt los wird.

    "pallawatsch" - "tanzbares zwischen tradition und interpretation" - orientiert am osteuropäischen klezmer und verschiedenen musikalischen einflüssen aus osteuropa und dem orientalischen raum, spielen pallawatsch jiddische lieder mit wunderschönen und teilweise ungewöhnlich schrägen melodien, die zum tanzen nur so mitreissen. und auflegerei von "club socialismo tropical".

    zur leiblichen stärkung gibt's borschtsch und zirrrrbe und in den tiefen der nacht werden schließlich noch einzigartige buch-rarities versteigert.

    bis konzertbeginn (ca. 21:30) gibt's begrüßungscocktails zum einstimmen.

    in diesem sinne: schmeißt euch in Frack & Fummel, macht auf der Bühne Licht, tanzt bis der Schuppen wackelt und zusammenbricht!!


    Bildung für alle - und zwar umsonst!

    Präsentation der Broschüre "Jenseits von Humboldt. Von der Kritik der Universitä:t zur globalen Solidarischen Ökonomie des Wissens" mit VertreterInnen der "Plattform Massenuni"

    Donnerstag, 25. Februar 2010 ab 19.00

    Europaweit brennen die Universitäten. In Wien gingen am 28.10.09 40.000 StudentInnen auf die Straße, um gegen die unhaltbaren bildungspolitischen Zustände zu protestieren. Die Plattform Massenuni beschäftigt sich in ihrer Broschüre mit der Rolle der Massenuniversitäten im postfordistischen Kapitalismus. Was das (nicht nur für die Studierenden) bedeutet und welche Möglichkeiten einer anderen Form von Wissens-Produktion/Kommunikation/Distribution im Rahmen einer Solidarischen Ökonomie der Bildung bestehen, ist Thema der Veranstaltung.     Zur Online-Version der Broschüre

    Die Veranstaltung findet im Rahmen der "Woche des Wissens und Forschens" statt :-)


    Der Barbier von Bagdad. Leben, Sterben, Glauben im Irak

    Donnerstag, 11. Februar 2010 ab 19.00 Buchpräsentation mit Paul Flieder

    Paul Flieders Reportage gilt dem Alltagsleben der Menschen, deren ständige Angst vor Terror und Militärschikanen zu einer völligen Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten geführt hat. Er berichtet über ein Land, dessen Bevölkerung traumatisiert ist und ohne Hoffnung in die Zukunft blickt. Er spricht mit Witwen und Waisen, Entführungs- und Bombenopfern, Geschäfts- und Theaterleuten, Imamen und Polizisten, die er auf Reportagereisen - oder in einem Bagdader Friseurladen kennenlernt. Von der ständigen Angst vor Attentaten, von dem Leben mit den vielen behinderten Familienmitgliedern, vom stark steigenden Analphabetismus, dem Mangel an gebildeten Fachkräften und dem Kampf um eine freie Religion     Zur Rezension

    Der Barbier von Bagdad. Leben, Sterben, Glauben im Irak

    Paul Flieder, 2009, Residenz Verl., ISBN 3701731489


    w23 Soliflohmarkt-Party am 19.12.09 ab 17.00 Uhr


    12.11.2009, 19.30 Uhr: Dem Krieg entkommen? Buchpräsentation mit Thomas Schmidinger

    Dem Krieg entkommen? Tschetschenien und TschetschenInnen in Österreich

    Zum Konflikt in Tschetschenien existiert im deutschsprachigen Raum eine relativ spärliche Vielfalt an wissenschaftlicher Fachliteratur. Über die Situation der „Flüchtlinge aus Tschetschenien“ in Österreich gibt es noch weniger Druckwerke. Diese wissenschaftliche Lücke soll der Sammelband füllen. Folgende Fragestellungen werden unter anderem in den geplanten Beitrügen in Hinblick auf oben genannte Thematik diskutiert: Warum kommt es zur Flucht? Wie wirken sich die Fluchtgründe und die Flucht selbst auf die Psyche der MigrantInnen und deren Leben im Aufnahmeland aus? Welchen Stellenwert haben gesellschaftliche Normen der TschetschenInnen in den Aufnahmeländern?

    von Herwig Schinnerl, Thomas Schmidinger (Hg.)

    ISBN: 978-3-902282-20-0, 2009, Verein Alltag Verlag


    29.09.2009, 19.00 Uhr: aktuelle politische und soziale Bewegungen im Iran

    Veranstaltung mit Hassan A., Exiliraner, Politik- und Sozialwissenschafter, Aktivist in London, Mitbegruender “Solidarity council for struggle in Iran”, Mitarbeiter bei Noborder.

    • Einleitend: -1979 persönliche Erfahrungen
    • Shariagesetze und Frauen
    • Gewerkschaften
    • Massentötungen 1988
    • wirtschaftliche Verarmung
    • Frauenbewegung, Jugendbewegung, unabh. ArbeiterInnenbewegung
    • Arbeitslosenbew., Menschenrechtsbew., Nationalistenbew., direkte Aktionen
    • Massenproteste seit Wahlbetrug Juni 09, Verhaftungen, die gruene Bewegung und die Opposition, hoffend auf Sturz des Regimes

     

    28.09.-03.10.09 Aktionswoche gegen Überwachung

    Programm


      Buchpräsentation und Party am 28. März um 19.30 Uhr mit Doris Akrap

      Die Heebie-Jeebies im CBGB's. Die jüdischen Wurzeln des Punk

      und danach: Party mit einschlägiger Musik

      Punk ist jüdisch? »Die Heebie-Jeebies im CBGB’s« wagt einen völlig neuen Blick auf die Geschichte des amerikanischen Punk.

      Der US-amerikanische Autor und Publizist Steven Lee Beeber untersucht erstmals die Entstehung der amerikanischen Punkbewegung mit Blick auf den jüdischen Background der wichtigsten Protagonisten wie Tommy und Joey Ramone, Lou Reed, Richard Hell oder Jonathan Richman. Sie alle gehörten der ersten Generation amerikanischer Juden an, die nach dem Zweiten Weltkrieg aufgewachsen ist. Punk wurde zu ihrer Form der Auseinandersetzung mit der jüdischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. "Im New York Punk spiegelt sich die jüdische Geschichte von Unterdrückung und Unsicherheit, Flucht und Migration, gleichzeitig drinnen und draußen, gut und schlecht zu sein. Diese Musik drückt das Gefühl der Post-Holocaust-Generation aus, das Gefühl, immer am falschen Ort zu sein", so Beeber in einem Interview.

      Beeber hat für sein Buch über 125 Protagonisten des jüdischen Punk interviewt. Er zeichnet eine Geschichte des amerikanischen Punk von seinen Vorläufern wie den Fugs und Velvet Underground über die Ramones bis hin zu Richard Hell. Daneben bietet er Einblicke in die Avantgarde-Szene um John Zorns Label Tzadik, die jüdische Comicszene New Yorks und die aktuelle jüdische Punkszene.

      Aus dem Englischen von Doris Akrap. (zit. n. Ventil Verlag)